Blumentöpfe: Schöne und nachhaltige Alternativen zu Plastik

Es muss nicht immer der Plastik- oder Tontopf sein. Wenn gerade der Vorrat an klassischen Blumentöpfen erschöpft ist (selbstverständlich verwende ich Plastiktöpfe aus der Gärtnerei nach dem Pflanzenkauf so lange immer wieder, bis sie zerbröseln), dann kann man sich auch erst einmal im Haus umschauen, ob es nicht irgendwo schöne Behälter gibt, die sich zum Bepflanzen eignen. Oft liegen einem die Blumentöpfe Marke Eigenbau direkt vor den Füßen, ohne dass man bisher einen Gedanken an diese Möglichkeit verschwendet hat. Viele schöne Dinge stauben in Garagen oder auf Dachböden ein, statt hervorgeholt, etwas aufpoliert und neu verwendet zu werden: Der Puppenwagen der Tochter, für den sich niemand mehr interessiert. Der verbeulte Wasserkessel, in dem Oma immer das Kaffeewasser kochte. Der wackelige Stuhl, der eine neue Sitzfläche bräuchte, aber ohnehin nicht mehr zur Einrichtung passt. Die alte Mülltonne aus Zinkblech, der Fahrradkorb und und und… Man kann auch zu seinem Lieblings-Griechen oder -Italiener um die Ecke gehen und fragen, ob er große Dosen übrig hat, in denen er Oliven, Feta, Pepperoni und andere Köstlichkeiten geliefert bekommt. Das habe ich neulich gemacht und in eine der Dosen meinen Rosmarin gesetzt.

Mancher Hobbygärtner macht die Verwendung nicht alltäglicher Gefäße sogar zu seinem Konzept. Schließlich lassen sich alte Dosen, Körbe oder auch gebrauchtes Geschirr immer wieder neu platzieren und dekorieren. Besonders in kleinen Gärten wie dem meinen und auf Balkon oder Terrasse kommt es außerdem auf jeden Zentimeter Fläche an. Da liegt es nahe, Behälter zu wählen, die sich auch vertikal auf Regalen aufstellen, an der Brüstung oder der Wand anbringen oder als Ampeln aufhängen lassen. Manche umfunktionierten Dinge lassen sich, hübsch bepflanzt, auch als besonderer Blickpunkt im Garten einsetzen. Sogar die Clogs aus der stürmischen Jugendzeit oder die zertanzten Pumps, von denen man sich aus sentimentalen Gründen nicht schon längst getrennt hat, eignen sich dafür.

 

Aber auf was sollte man achten, wenn man Schubkarre, Autoreifen, alte Emaillekannen, Konservendosen oder ähnliche Dinge für Blumen oder auch Gemüse nutzen möchte?

  • Zunächst empfehle ich, für alles Essbare, also Kräuter, Gemüse, Beeren usw., Behälter zu nehmen, aus denen keine Schadstoffe entweichen. Unbedenklich zu verwenden ist alles, worin schon Lebensmittel waren. Also Konservendosen, altes Geschirr, alte Kochtöpfe, Durchschläge, Suppenkellen – was man eben so in der Küche benutzt hat. Aber auch unlackierte Weidenkörbe funktionieren zum Beispiel. Ein richtiges Mini-Hochbeet lässt sich aus aufeinander gestapelten Bäckerkisten herstellen. Und auch Reis- oder Kaffeesäcke sind geeignet – besonders zum Kartoffelanbau.
  • Eine Zeitlang war es angesagt, alte Autoreifen nicht zu entsorgen, sondern als Blumenbeete oder – senkrecht aufgehängt – als Blumenampeln im Garten zu verwenden. Das kann man natürlich immer noch tun, allerdings würde ich persönlich wegen der möglicherweise enthaltenen Schadstoffe darin nur Zierpflanzen ziehen.
  • Ganz wichtig: Damit das Gießwasser abfließen kann, sollte man den gewählten Behälter am Boden mit Löchern versehen. Bei alten Dosen geht das einfach mit einem Hammer und einem dicken Nagel, oder so einem Piekser, der früher in jedem Haushalt vorhanden war, um die Dosenmilch zu öffnen. Bei manchen Dosen, etwa Teedosen, sollte man nicht nur den Deckel abnehmen, sondern die ganze obere Fläche entfernen. Das geht mit einem klassischen Dosenöffner meist ganz gut.
alte Dose als Pflanzkübel

In die am Boden mit Löchern versehene Dose habe ich kleine Kieselsteine als Drainage gelegt. Nachteil: Der Topf ist sehr schwer geworden. Vorteil: Dadurch fällt er auch bei Sturm nicht um…

  • Durchschläge, Siebe und Säcke, die erwähnten Bäckerkisten oder auch Weinkisten sind schon von ihrer Form her perfekt und brauchen keine Bearbeitung mehr.
  • Wenn der gewählte Behälter am Boden nicht mit Löchern versehen werden kann oder soll, muss auf andere Art dafür gesorgt werden, dass das Gießwasser sich nicht staut und die Wurzeln infolge von Sauerstoffmangel zu faulen beginnen. Es empfiehlt sich dann, eine Drainageschicht aus Kieselsteinen (die machen den Topf sehr schwer und standfest), Blähtonkügelchen oder Tonscherben von zerbrochenen Tontöpfen als unterste Schicht hinein zu streuen. Je größer der Topf, desto dicker die Drainageschicht. Darüber ein Stück Gartenvlies oder einen Flicken von einer ausgedienten Polyestergardine legen und darauf dann die Blumenerde. Das Vlies bzw. der Stoff verhindert, dass die Erde in die Drainageschicht gespült wird und damit die Lücken zum Wasserabfluss verstopfen. Es geht aber auch ohne diesen Zwischenschritt.

Das alte Waschbecken war einige Zeit lang das Domizil meiner Semperviven.

  • Aufpassen sollte man bei schwarzen oder sehr dunklen Behältern. Wenn die in der prallen Sonne stehen, wird es den Wurzeln der Pflanzen darin schnell zu heiß. Bekanntlich erwärmen sich dunkle Flächen in der Sonne sehr stark. Und bei zu großer Hitze beginnen die Wurzeln regelrecht zu kochen. Folge: Die Pflanzen gehen ein. Abhilfe schafft dann eine Verkleidung mit Schilfmatten, einem hellen Jutesack oder Ähnlichem.
  • Körbe und andere Behälter, deren Wände Lücken haben, wie Weinkisten oder auch Paletten, sollte man vor dem Bepflanzen mit Gartenvlies oder einer durchlöcherten Plastiktüte auslegen. So bleibt die Blumenerde im Gefäß und wird beim Wässern nicht ausgeschwemmt. Wenn es schön aussehen soll, kann man etwa eine Weinkiste zunächst mit einem Jutesack auslegen und über diese Lage, die von außen zu sehen sein wird, einen Müllsack oder Gartenvlies legen und am oberen Rand der Kiste fest tackern. Dann kommt die Drainageschicht hinein, darauf eine Lage Vlies und schließlich die Erde und die Pflanzen.

Und wo bekommt man nun diese Behältnisse, wenn man gerade den Dachboden und die Garage gründlich ausgemistet hat? Flohmärkte oder An- und Verkaufsläden sind eine gute Adresse für alles, was alt ist: Weinfässer, dekorative Blechdosen, Geschirr usw. Bepflanzte Euro-Paletten sind ja derzeit der letzte Schrei unter den Stadtgärtnern. Die gibt es etwa in Baumärkten oder auch im Gartenfachmarkt. Meist liegen beschädigte Paletten in einer abgelegenen Ecke und können mitgenommen werden. Einwegpaletten bekommt man in der Regel kostenlos, sie sind aber nicht ganz so stabil. Für die Euro-Paletten muss man das Pfandgeld zahlen, derzeit liegt das bei 11 Euro. Leicht beschädigte Weinkisten, Obststiegen und -körbe bekommt man auf dem Wochenmarkt, auch fast immer kostenfrei.

Und wer schon beim Säen auf normale Töpfe verzichten möchte, sollte vor der Saison sammeln: große und kleine Joghurtbecher, Toilettenpapierrollen aus Pappe, Milchtüten, Plastikflaschen. All dies lässt sich prima nutzen: Die Gefäße sind raumsparend, leicht und dabei robust, so dass sie mehrere Anzuchtsaisons aushalten. Bis auf die Papprollen. Dafür lassen die sich mit auspflanzen, so dass empfindliche Wurzeln nicht verletzt werden.

Joghurtbecher und der obere Teil von PET-Saftflaschen ergeben ein schönes Mini-Treibhaus für vorgezogene Pflanzen, in diesem Fall für Tomaten.

Was lässt sich in solche Behälter setzen? Eigentlich alles, nur das Größenverhältnis muss passen. In eine Zuckerdose oder Sauciere passen kleine Gewächse wie Dachwurzen, Veilchen oder kleine Zwiebelblumen. Bougainvillea, Oleander oder Hortensie brauchen dagegen schon große Behälter, vielleicht einen Mörtelkübel oder Ähnliches. Da diese schwarz sind, sollte man sie mit einer hellen Verkleidung umhüllen.

Sogar ernten kann man aus Töpfen. Es gibt viele Züchtungen, die sich für Kübel eignen, etwa Säulenobst oder kleiner bleibende Beerensträucher. Auch Gemüse kann man im Topf ziehen: Tomaten, Paprika, Bohnen, Salat, Radieschen, Zwiebeln, Mangold und Kartoffeln sind am besten für Topfgarten-Einsteiger. Denn diese Pflanzen sind einfach zu ziehen. Beim Salat eignen sich am besten Pflück- und Schnittsalate, denn sie wachsen auf kleinstem Raum und sind schnell erntefertig. Sie können zudem mehrmals nachgesät werden. Gleiches gilt für Radieschen. Auch Monatserdbeeren wachsen gut im Topf und sind daher ideal für den Balkon oder die Terrasse. Sie können die ganze Saison über beerntet werden, weil sie gleichzeitig blühen und fruchten.

Kartoffeln im Kübel

Kartoffeln wachsen prima in Mörtelkübeln. Diese stehen während der größten Hitze des Tages im Schatten und werden daher nicht übermäßig aufgeheizt.

Einfach in Töpfen und Kübeln zu kultivieren sind auch Kräuter. Basilikum, Schnittlauch, Salbei, Thymian, Oregano, Lavendel, Rosmarin, Petersilie, Pfefferminze und Zitronenmelisse sind unkompliziert und brauchen nur regelmäßig Wasser und viel Licht. Da sie auch noch angenehm duften, wäre ein Topf-Kräutergarten direkt in der Nähe des Sitzplatzes sehr vorteilhaft. Pfefferminze und Zitronenmelisse sollte man jedoch immer einzeln für sich halten, denn beide sind sehr wuchsfreudig und überwuchern andere Pflanzen schnell. Auch Rosmarin verdient einen eigenen Kübel, denn er ist langlebig und wächst zu einem großen Strauch heran, wenn er gut gepflegt wird und im Winter frostfrei stehen kann.

Wer dazu jetzt noch Anregungen braucht, dem sei meine Pinwand „Alternative Blumenkübel“ bei Pinterest empfohlen.

 

Bis bald und tschüß sagt

Christina

 

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