Rückblick auf den November

Eine ganze Weile habe ich nichts geschrieben, weil ich einige Probleme zu klären hatte. Doch heute gebe ich einen Rückblick auf das, was ich im November im Garten alles gemacht habe. Insgesamt war dieser November 2014 ziemlich ungewöhnlich. Auch die Kraniche zogen zwar in kleinen Gruppen schon ab Ende Oktober, richtig viele kamen aber erst ab Mitte November. Es war ungewöhnlich mild und trocken, so dass die Tomaten im Gewächshaus noch bis zum 15. November stehen bleiben konnten. Selbst die Tomatenpflanzen auf dem Hof hatten noch einige reife Früchte.

Beim Abräumen im Gewächshaus zeigte sich, dass die Tomaten auf den ersten Blick noch vital aussahen, aber im Inneren des Gewirrs aus Trieben, Blättern und Früchten gab es schon die ersten Verrottungserscheinungen: braune und teils schimmelige Blätter, geplatzte und gammelige Tomaten. Letztlich hatte ich nach dem Abräumen einen gut halb vollen 10-Liter-Eimer mit überwiegend grünen Tomaten, von denen ich hoffte, dass sie im Warmen noch ausreifen würden. Außerdem hatte ich jede Menge Pflanzenreste für den Kompost.

Dieser rund 60 Zentimeter hohe Haufen ist nur ein Drittel dessen, was von den zwei Tomaten aus dem Gewächshaus übrig blieb.

Dieser rund 60 Zentimeter hohe Haufen ist nur ein Drittel dessen, was von den zwei Tomaten aus dem Gewächshaus übrig blieb.

Am oberen Rand des Bildes liegen zwei Chilis auf den Tomaten aus dem Gewächshaus, die zum großen Teil im Haus nachreifen werden. Hoffentlich.

Am oberen Rand des Bildes liegen zwei Chilis auf den Tomaten aus dem Gewächshaus, die zum großen Teil im Haus nachreifen werden. Hoffentlich.

Einige Tage vorher hatte ich schon den Mangold abgeerntet, wobei ich die Wurzeln im Hochbeet gelassen und mit Laub abgedeckt hatte. Mal sehen, ob sie im nächsten Frühjahr wieder austreiben:

Nur noch die Spitzen der Mangoldwurzeln ragen aus der Erde im Hochbeet.

Nur noch die Spitzen der Mangoldwurzeln ragen aus der Erde im Hochbeet.

 

Reichlich Laub vom Wilden Wein, der an der Fassade meines Hauses wächst, habe ich auf die Mangoldwurzeln geschüttet. Wenn es richtig kalt wird, kommt noch ein Vlies drüber.

Reichlich Laub vom Wilden Wein, der an der Fassade meines Hauses wächst, habe ich auf die Mangoldwurzeln geschüttet. Wenn es richtig kalt wird, kommt noch ein Vlies drüber.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei näherem Hinsehen entpuppten sich auch die Paprika- und Chilipflanzen als schon ziemlich kraftlos. Außerdem hatten die Blätter jede Menge Fraßstellen, doch den oder besser die Übeltäter entdeckte ich erst, nachdem die Beete im Gewächshaus ganz abgeräumt waren (inklusive des mittlerweile wuchernden Borretsch, der im Sommer unter den schon entsorgten Gurkenpflanzen wuchs).

Die letzte Chili- und Paprikaernte des Jahres (v.li.)

Die letzte Chili- und Paprikaernte des Jahres (v.li.)

Es handelte sich um giftgrüne Raupen. Sie kamen zutage, als ich die Erde in den Gewächshausbeeten leicht auflockerte. Ich hatte noch den ganzen Nachmittag zu tun, sie abzusammeln und den Vögeln auf den Bodenplatten neben dem Hochbeet zu servieren. Leider ist die Aufnahme nicht gerade optimal, aber vielleicht erkennt ja jemand, was es für eine Raupe ist? Ich tippe auf Kohlweißling, weil davon auch im Sommer viele in der Nähe vom Gewächshaus herumflatterten.

Wahrscheinlich eine Raupe des Kohlweißlings. Ich weiß nur nicht, ob des Großen oder des Kleinen Kohlweißlings.

Wahrscheinlich eine Raupe des Kohlweißlings. Ich weiß nur nicht, ob des Großen oder des Kleinen Kohlweißlings.

Am Abend machte ich aus den Mangoldblättern vom Hochbeet noch eine köstliche Suppe. Die roten Tomaten dienten zusammen mit Kapuzinerkresse, Gemüsemalvenblättern und Roter Bete als Salat, die übrigen müssen erst noch reifen.

Die letzten Mangoldblätter vom Hochbeet (in der Zinkwanne), daneben Blüten und Blätter von Kapuzinerkresse, Pflücksalat und Gemüsemalve. Vorne Tomaten und Chili.

Die letzten Mangoldblätter vom Hochbeet (in der Zinkwanne), daneben Blüten und Blätter von Kapuzinerkresse, Pflücksalat und Gemüsemalve. Vorne Tomaten und Chili.

Am 17. November, der auch für längere Zeit der sonnigste und von der Temperatur her angenehmste (14 Grad) bleiben sollte, brachte ich noch einige Blumenzwiebeln in die Erde. Vor dem Haus, in einem der Beete, in denen der Wilde Wein wurzelt, legte ich Zierlauch (allium), hinten im Garten an einer halbschattigen Stelle unter der Deutzie die drei Zwiebeln der Camassia (Prärielilie).

Links Camassia, rechts Allium

Links Camassia, rechts Allium

Dabei stellte ich in der Mittagssonne fest, dass sich in der vor dem Haus stehenden alten Zinkwanne der Lavendel gut vermehrt hatte und dass sich sogar die Lobelien, die ich im vergangenen Jahr gekauft hatte, selbst vermehrt hatten und immer noch blühten.

Rund um den gekauften Lavendel in der Mitte wachsen lauter neue Lavendelpflänzchen. Die Lobelien, deren abgeblühte Mutterpflanzen ich im letzten Herbst entsorgt hatte, haben ebenfalls Nachkommen. Die kleinen blauen Blüten leuchten im Sonnenschein.

Rund um den gekauften Lavendel in der Mitte wachsen lauter neue Lavendelpflänzchen. Die Lobelien, deren abgeblühte Mutterpflanzen ich im letzten Herbst entsorgt hatte, haben ebenfalls Nachkommen. Die kleinen blauen Blüten leuchten im Sonnenschein.

Die Physalis, die ich Ende Oktober im Hochbeet entdeckt (wahrscheinlich von Vögeln dorthin getragen) und in einen Topf gesetzt hatte, sah ziemlich schlapp aus. Also stellte ich sie nach drinnen ins Gewächshaus und schnitt sie radikal zurück. Ich hoffte, das es helfen würde.

Blätter kraftlos, Erde aber nicht zu feucht. Wahrscheinlich der Umpflanzschock.

Blätter kraftlos, Erde aber nicht zu feucht. Wahrscheinlich der Umpflanzschock.

Radikalschnitt. Vielleicht hilft es ja. Wenn nicht, es gibt noch mehr Ableger, die alle im Grundbeet des Gewächshauses wachsen.

Radikalschnitt. Vielleicht hilft es ja. Wenn nicht, es gibt noch mehr Ableger, die alle im Grundbeet des Gewächshauses wachsen.

An diesem Tag bekamen wir auch von einer Baustelle im Nachbardorf einige alte Sandsteine geschenkt. Die Hausbesitzer konnten damit nichts anfangen, und ehe sie auf dem Bauschuttcontainer landeten, haben wir sie lieber genommen. Ich weiß zwar noch nicht genau, was ich damit mache, aber mindestens einige der Steine werden wohl für die Mauer des Hochbeetes hinter der Garage Verwendung finden. Die muss nämlich ausgebessert werden.

rückDSCI3027

Als ich am 19. November (ein trockener, aber trüber Tag) nochmals Zeit für den Garten hatte, blühte die Gemüsemalve unter dem Mirabellenbaum immern noch.

Miniklein, aber robust: Blüten der Gemüsemalve, die an dunklen Novembertagen geschlossen bleiben

Miniklein, aber robust: Blüten der Gemüsemalve, die an dunklen Novembertagen geschlossen bleiben

Die von Raupen schon ziemlich zerfressene, aber immer noch aufrechte Gemüsemalve ist mittlerweile so groß wie ich: 1,70 Meter.

Die von Raupen schon ziemlich zerfressene, aber immer noch aufrechte Gemüsemalve ist mittlerweile so groß wie ich: 1,70 Meter.

Ungewöhnlich warm war es am 23. November, am Totensonntag. Sonne, blauer Himmel mit Federwolken. Um 13 Uhr zeigte das Termometer an der Südseite unseres Hauses 29 Grad an. Plus. Im Schatten waren es immerhin auch 13,9 Grad. Meinen Kaffee trank ich aber trotzdem drinnen, denn vor dem Haus gibt es nur die Treppe zum Sitzen und man befindet sich dort doch mitten auf dem Präsentierteller. Das ist nicht so meins…

Am Vormittag klappte ich schnell das Frühbeet auf und öffnete das Gewächshaus zum Lüften. Dort standen seit dem Vorabend des 23. November die Kübelpflanzen von der Terrasse. Denn die Nächte wurden jetzt doch leicht frostig.

Den Oleander vorne im Bild muss ich sicher noch zurückschneiden, denn die Triebspitzen berühren die Glasscheiben des Daches.

Den Oleander vorne im Bild muss ich sicher noch zurückschneiden, denn die Triebspitzen berühren die Glasscheiben des Daches.

Auf der helleren Seite des Gewächshauses säte ich noch die letzten Radieschen aus. Eigentlich sollten die noch bis Weihnachten etwas werden, dachte ich mir so. Denn das Gewächshaus ist geheizt. Zwar nicht so extrem, aber immer so um die 5 Grad mindestens.

Zwei Ableger von der alten Physalis (immerhin seit acht Jahren wächst und gedeiht sie), hinten in der Ecke die in diesem Jahr gekaufte Feige, eine Zitronenverbene, eine Passionsblume und in einem Topf eine Polsterpflanze, die icht noch nicht kenne. Davor zwei Reihen Radieschensaat, Sorte Parat

Zwei Ableger von der alten Physalis (immerhin seit acht Jahren wächst und gedeiht sie), hinten in der Ecke die in diesem Jahr gekaufte Feige, eine Zitronenverbene, eine Passionsblume und in einem Topf eine Polsterpflanze, die icht noch nicht kenne. Davor zwei Reihen Radieschensaat, Sorte Parat

Vorher hatte ich noch das Frühbeet abgeräumt. Denn einerseits waren die Nächte manchmal schon leicht frostig, und andererseits führte das warme Wetter tagsüber dazu, dass manche Rettichpflanze meinte, sie müsse nun zum Blühen ansetzen. Den vor einigen Tagen mit Laub zugedeckten Mangold deckte ich dann noch zusätzlich mit Vlies ab. Unter dem Vlies steckt auch noch eine einzelne Erdbeerpflanze. Wie die da hingekommen ist, weiß ich allerdings nicht. Ich habe sie nicht gepflanzt oder gesät… Die abgeernteten Rote Bete und die Rettiche befreite ich vom Laub und stellte sie in Körben ins Gewächshaus. Das Hochbeet säuberte ich dann von Unkraut.

Das abgeräumte und gejätete Hochbeet ist auf einer Seite, dort wo der Mangold und die einsame Erdbeere stehen, mit Vlies abgedeckt.

Das abgeräumte und gejätete Hochbeet ist auf einer Seite, dort wo der Mangold und die einsame Erdbeere stehen, mit Vlies abgedeckt.

Die letzte Ernte des Jahres wird im Gewächshaus gelagert. Kühl, aber frostfrei.

Die letzte Ernte des Jahres wird im Gewächshaus gelagert. Kühl, aber frostfrei.

Und dann häufelte ich noch schnell die Rosen an:

Wozu Maulwurfserde doch gut sein kann...

Wozu Maulwurfserde doch gut sein kann…

Und ein kleiner Rundblick im Garten zeigte, wie ungewöhnlich das Wetter noch Ende November war: fast wie in der Toskana.

Die Deutzie ist schon fast kahl, aber die letzten Blätter leuchten bunt in der Sonne.

Die Deutzie ist schon fast kahl, aber die letzten Blätter leuchten bunt in der Sonne.

Samenstand der Clematis viticella

Samenstand der Clematis viticella

Und noch immer gibt es Ringelblumen...

Und noch immer gibt es Ringelblumen…

Bis bald und ciao

Christina

 

 

 

 

 

 

Advertisements

6 Gedanken zu „Rückblick auf den November

  1. Pfefferschote

    Hallo Christina, die grünen Raupen sind nicht vom Kohlweißling, so sehen seine aus: http://www.gartenratgeber.net/schaedlinge-krankheiten/raupen-des-kohlweissling.html
    Bei mir machten sie sich über meine Kapuzinerkresse her, also die Kohlweißlinge. An meinen Chilis hatte ich keine.

    Grüne Tomaten hatte ich im Oktober übrigens auch noch, allerdings verfaulten sie, statt zu reifen, weil auch bei mir die Krautfäule ins Gewächshaus einzog. Schade, ich musste sie entsorgen. Winterliche Grüße, freue mich aufs Gartenjahr 2015. 🙂

    Antwort
    1. tibor42 Autor

      Hallo Pfefferschote, tja, dann weiß ich auch nicht. Mal sehen, ob ich im Netz fündig werde. Zwischen Weihnachten und Neujahr habe ich frei, da habe ich ja dann genug Zeit, um zu recherchieren. Oder jemand anders meldet sich noch mit einem Kommentar und weiß, welcher Falter aus dieser Raupe entsteht.
      Die Tomaten im Gewächshaus habe ich anscheinend gerade noch rechtzeitig abgeerntet und abgeräumt. Die Krautfäule war erst im Anfangsstadium.
      Viele Grüße aus dem zurzeit komplett grauen und verregneten Harz. Und schöne Weihnachten!
      Christina

      Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s